Portraits mit Poser

mersa

Einleitung

In diesem Tutorial werde ich versuchen, Ihnen die Erstellung von Portraits mit Poser näher zu bringen. Obwohl dieses Tutorial für Anfänger geeignet ist, würde ich Grundkenntnisse in Poser empfehlen. Gute deutschsprachige Tutorials finden Sie bei http://www.poser-tutorials.de. In diesem Tutorial wird bis auf die Victoria 3 von DAZ (www.daz3d.com) nur kostenlos erhältliches Material benutzt. Eine detaillierte Liste finden Sie weiter unten.

Gebraucht wird:
Poser 5 (hier die englische Version)
Victoria 3 mit Headmorph-Pak von DAZ (http://www.daz3d.com)
Textur (MAT und INJ): Gina (www.claudiashome.de)
Kyoko Hair von Kozaburo (www.digitalbabes2.com) – Hier gibt es andere hochqualitative Haare
LightSet1 von Ashara (www.andrea-schueler.de) – Hier gibt es auch ein hervorragendes Lichttutorial.
Pose „Spc Standing 03“ von Schlabber in einem der Posenpakete erhältlich (www.schlabber.org)

Vorbereitung

Bevor wir ein Portrait erstellen, benötigen wir eine Figur, die porträtiert werden soll. Dazu erstellen wir in Poser eine neue Szene. Laden Sie die Victoria 3 in eine leere Szene. Sicherheitshalber wählen Sie „File | New“.


Ändern Sie die Größe der Arbeitsfläche auf ein quadratisches Verhältnis um. Klicken Sie dazu doppelt auf den Kreis unter der rechten, unteren Ecke der Arbeitsfläche (weißer Pfeil). Geben Sie im folgenden Fenster die gewünschte Größe ein. Diese Größe ist natürlich abhängig von Ihrer Bildschirmauflösung. Haben Sie eine Auflösung von 1024x768 Pixeln, dann geben Sie bitte jeweils 500 ein. Die Arbeitsfläche wird nun eine Größe von 500x500 Pixeln haben. Nutzen Sie eine höhere Auflösung, dann geben sie bitte einen höheren Wert ein. Ich empfehle mindestens 600x600 Pixel.

Klicken Sie auf die Figur und öffnen Sie die Bibliothek („Library“) auf der rechten Seite. Wählen Sie unter „Pose“ die Pose „Spc Standing 03“ von Schlabber aus. Falls Sie diese Pose nicht haben sollten, können Sie natürlich eine beliebige andere Pose nutzen. Bewegen Sie die Kamera näher an Ihre Figur. Die Kamera wird mit Hilfe dieses Menüs gesteuert.


Mit dem Dreieck in der linken, oberen Ecke (blauer Pfeil) wird eine der fertigen Kameras ausgewählt. Später werden wir hiermit die „Face Camera“ auswählen. Mit der rechten Hand (weißer Pfeil) wird die Kamera in der X und Y – Achse bewegt (also hoch und runter) Mit den „vier Zeigefingern“ (roter Pfeil) wird die Kamera in die jeweiligen Richtungen verschoben. Und mit dem Trackball (grüner Pfeil) dreht sich die Kamera um die aktive Figur. Um näher an Ihre Figur zu kommen benötigen Sie b und c. Die Figur sollte nun wie folgend aussehen:


Weisen Sie der Figur nun die gewünschten Texturen und Morphs in der Bibliothek unter „Pose“ zu. In diesem Beispiel wird die Textur „Gina“ mit ihren zugehörigen Morphs (mit INJ bezeichnet) benutzt. Tipp: Ich persönlich lade erst die Textur (MAT), wechsle dann in die Face Camera (blauer Pfeil) und weise dann erst die INJ-Morphs zu.

Noch ist unsere Gina ein wenig kahl auf dem Kopf. Daher öffnen wir das „KyokoHair“ welches unter „Figures | Kozaburo“ zu finden ist. Klicken Sie die Haare nicht doppelt an, sondern klicken Sie auf den „doppelten Haken“ am unteren Rand. Im Arbeitsfenster klicken Sie bitte auf die neuen Haare und wählen dann über das Menü „Figure | Conform to…“ aus. Im folgenden Fenster wählen Sie „Figure 1“. Damit werden die Haare an der Figur verankert.

Machen Sie einen Testrender, nachdem Sie die „Face Camera“ ausgewählt haben, indem Sie unter „Render | Render Options…“ die passenden Einstellungen ausgewählt haben. Stellen Sie sicher, dass bei „Render Quality“ „Draft“ und unten „Render to new window“ ausgewählt sind. Bei letzterem können Sie die Größe zusätzlich verändern. Bedenken Sie: Große Bilder benötigen eine längere Zeit zum Rendern. In diesem Fall sollten es nicht weniger als 600x600 Pixel sein. Nachdem der erste Render fertig ist, sind wir doch noch relativ unzufrieden. So zeigen insbesondere die Haare noch leichte graue „Streifen“ und auch die Haut wirkt noch ein wenig plastisch. Schließen sie diesen nun.

Dieser Schritt ist optional: Wenn Sie möchten, können Sie die Haarfarbe ändern. Stellen Sie dazu sicher, dass die Haare ausgewählt sind und suchen Sie in der Bibliothek von Poser unter „Pose“ nach „MAT_KyokoHairMK3“. Wählen Sie eine beliebige Haarfarbe aus. Es wird nun Zeit die Transparenzen zu setzen. (Die Haare sind hoffentlich immer noch ausgewählt) Dazu wechseln wir in den „Material“-Room. Wählen Sie Object: KyokoHair_MK3 Material: Hair. Setzen Sie den Wert bei „Transparency_Edge“ auf 1. Wenn die Haare weitere Teile wie „bangs“, „inner“, „outer“ o.ä. haben sollten, müssen diesen Schritt wiederholen. Eventuell müssen auch Teile der Texturen der Figur (wie Augenbrauen oder Wimpern) „durchsichtig gemacht werden“. Dies geschieht dann nach demselben Prinzip. Da dies hier nicht nötig ist, wechseln wieder in den „Pose“-Room.

Einstellung der Kamera

Bei Ihrem ersten Render ist Ihnen vielleicht aufgefallen, dass die Haut doch noch etwas plastisch wirkt. Dies lässt sich relativ leicht ändern. Abhängig von der Textur können Sie jedes Detail auf der Haut erkennen. Wählen Sie die „Face Camera“ aus und stellen Sie sicher, dass diese aktuell ausgewählt ist. Drücken sie nun Strg und I oder wählen Sie „Object | Properties“ aus dem Menü. In dem nun sich öffnenden Fenster wählen Sie „Parameters“ aus.

Die Brennweite der Kamera wird mit Hilfe von „Focal“ geändert. Wählen Sie eine Brennweite von 100mm und beachten Sie, dass die Kamera der Figur gefährlich nahe kommt. Mit Hilfe der „Camera Controls“ wird die Kamera wiederzurecht bewegt. Nutzen Sie auch gerne den Trackball. Wenn Sie möchten, können Sie die Augen der Figur auf die Kamera ausrichten. Klicken Sie dazu auf eines der Augen und wählen Sie „Object | Point at…“ und dann auf „Face Camera“. Wiederholen Sie diesen Schritt für das andere Auge. Alternativ können Sie Augen auch auf jeden beliebigen Gegenstand, wie z.B. einen Ball o.ä. richten.

Mittlerweile sind wir fast fertig. Machen Sie nun einen neuen Testrender, aber wählen Sie diesmal bei Quality „Production“. Hiermit werden dann alle Lichter und Schatten beachten, die bei unserem Portrait eine wichtige Rolle spielen. Unser Bild müsste nun ungefähr so aussehen:


Ich persönlich finde das Bild – und insbesondere die Beleuchtung – noch ein wenig unschön. Also kommen wir zum wichtigen Teil, nämlich

Die Beleuchtung

Das Einstellen der Lichter gilt als eines der stressigsten Aspekte beim Rendern. Es gibt im Grunde zwei Möglichkeiten seine Szene auszuleuchten. Zum einen kann man selbst Lichter einsetzen, verschieben und einstellen (zum Thema Licht gibt es ein hervorragendes Tutorial von Ashara; Link siehe oben). Zum anderen kann man fertige Lichtsets benutzen. Hier entscheiden wir uns für letzteres. Von Ashara gibt es nämlich ein ebenfalls hervorragendes Lichtset, speziell für Portraits. Laden Sie eines der Lichtsets in die Szene. Wählen Sie dazu aus der Library „Lights | 3 Point Lights“ 3 Point Portrait. Machen Sie nun einen weiteren Render, um die neue Beleuchtung auszuprobieren.

Ein Tipp für den Hintergrund: Ich persönlich finde einen grauen Hintergrund bei Porträts eher störend. Wenn Sie einen schwarzen Hintergrund möchten, dann wählen Sie einfach bei den „Render Options…“ Render Over: Black aus. Sie können auch ein Hintergrundbild nehmen. Dazu können Sie eine Platte aus „Props | Primitives | One Sided Square“ nehmen, diese hinter die Figur stellen und diese dann mit einer Textur belegen.

Wenn Sie mit dem Render noch nicht zufrieden sind, können Sie ein wenig mit den Lichtern herumexperimentieren, oder die Figur etwas drehen. Zum Abschluss möchte ich Ihnen das fertige Produkt zeigen.


Anhang:

Da einige Künstler mit der deutschen Version arbeiten, folgt hier eine kurze grobe Übersetzung der einzelnen Begriffe:

Render/ Render Options = Rendern/Rendern einstellen
Render Quality = Render Qualität
Draft = Entwurf
Render to new Window = Im neuen Fenster rendern
Trancparency_Edge = Tranzparenzgrenze
File/ New = Datei/ Neu
Pose = Posen
Face Camera = Gesichtskamera
Figures = Figuren
Figure/ Conform to = Figur/ Elternfigur wählen
xObject/Properties = Objekt/ Eigenschaften
Focal = Brennweite
Camera Controls = Perspektive
Production = Produktion
Lights = Lichter
Render over = Bildausgabe/ Einstellungen/ Hintergrund/ Schwarz
Props = Gegenstände
Primitives = Grundkörper

Copyright ©2004 Samer Sayegh a.k.a. mersa
Alle Rechte vorbehalten. Dieses Tutorial ist exklusiv bei http://informationsministerium.tk und im Poser-Corner unter www.poser-tutorials.de zu finden. Eine deutsche PDF-Fassung und eine englische Fassung werden bald unter http://informationsministerium.tk zu finden sein. Dieses Tutorial wurde komplett von Samer Sayegh verfasst. Alle Bilder wurden von mir gemacht und unterliegen alle (bis auf die Screenshots) meinem Copyright. Danke an: Die Beta-Tester und die Hersteller der einzelnen Materialien.


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